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Basel Area prägt Gesundheitsinnovationen der Zukunft

23.04.2021

Ein Erfolgsfaktor der Basel Area ist ihre ständige Transformation. Von der Chemie über die Pharmaindustrie bis hin zum breit aufgestellten Life-Sciences-Cluster. Nun beginnt der Wandel in Richtung Digital Health, Healthtech und personalisierte Medizin.

Ein florierendes Innovations-Ökosystem ist auf die richtige Infrastruktur angewiesen (Bild: Jochen Pach)

Was ist Basel? Natürlich: Dreiländereck, Rheinhafen und Rheinschwimmen, Schweizer Kulturhauptstadt und die älteste Universität der Schweiz – das zeichnet Basel als lebensfrohe und weltoffene Stadt aus. Doch Basel ist vor allem auch das Zentrum der Basel Area, der Wirtschaftsregion bestehend aus den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura. Geprägt wird die Basel Area durch einen Life-Sciences-Cluster, der weltweit einzigartig ist.

Nirgendwo ist die Dichte an erfolgreichen Life-Sciences-Unternehmen grösser als in der Basel Area. Angeführt von den beiden Weltkonzernen Novartis und Roche, deren Hauptsitze und Forschungszentren beide in Basel sind, bereichern auch Firmen wie Lonza, Johnson & Johnson, Bayer, Boehringer Ingelheim, Idorsia, Syngenta oder Straumann das hervorragend ausgestattete Ökosystem. Zudem spielen die Universität Basel, die Fachhochschule Nordwestschweiz sowie das Universitätsspital Basel eine zentrale Rolle als Forschungs- und Industriepartner. Dank ihnen gibt es zahlreiche öffentlich-private Partnerschaften wie zum Beispiel das Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel oder das Botnar Research Centre for Child Health.

Hotspot für innovative Startups

Life-Sciences-Unternehmen generieren den mit Abstand grössten Anteil der Wertschöpfung in der Basel Area und tragen so massgeblich zum Wohlstand der Region und der Schweiz bei. Dafür sind im Wesentlichen die etablierten Grosskonzerne besorgt, doch auch neue Unternehmen fassen Fuss. Mehr und mehr zieht die Basel Area nämlich junge, verheissungsvolle Firmen an. So sagt Robert Sum, Leiter Innovationsprojekte der Standortförderung Baselland: «Die Region Basel hat sich zu einem Hotspot für innovative Startups entwickelt. Vor allem in den Bereichen Biotech, Medtech, Digital Health, Healthtech und personalisierter Medizin haben sich viele Startups angesiedelt, die aus Hochschulen der Schweiz und dem angrenzenden Ausland ausgegründet wurden.»

Investitionen zahlen sich aus

Tatsächlich ist die Basel Area im Begriff, sich als Wirtschaftsstandort ein weiteres Mal neu zu erfinden. Das war schon in den 1990er-Jahren der Fall, als die chemische Industrie noch die federführende Branche war. Damals, als Ciba-Geigy und Sandoz zu Novartis fusionierten, trennten sich die Wege von Chemie und Pharma. In der Folge wuchs die Life-Sciences-Industrie in der Basel Area rasant. Waren 1995 rund 14 000 Personen im Bereich Life Sciences beschäftigt, arbeiten heute rund 32 000 Menschen in diesem Wirtschaftszweig.

In den vergangenen 15 Jahren wurden kleine, agile Biotechnologieunternehmen für Forschung und Entwicklung immer wichtiger. Die Basel Area konnte sich als Innovations-Hotspot etablieren, mit starken Hochschulen und einem attraktiven Umfeld für Gründung und Wachstum. Zwar prägen Novartis und Roche den Standort nach wie vor, doch daneben sind mittlerweile mehr als 700 Life-Sciences-Unternehmen aktiv und erfolgreich. So haben nicht nur internationale Grossfirmen wie Johnson & Johnson, Hengrui und Moderna Niederlassungen eröffnet. Stark zugenommen hat insbesondere auch der Anteil an Firmen, die für Gesundheitsinnovationen sorgen wollen – Holmusk, Zifo und Noul sind Beispiele für Unternehmen, die in den zukunftsweisenden Bereichen personalisierte Medizin, Healthtech und Digital Health tätig sind.

Dass es sich lohnen kann, in der Basel Area ein Life-Sciences-Unternehmen zu gründen, zeigt der Blick in den neuesten Swiss Venture Capital Report: 2020 konnten in Basel ansässige Startups 540,4 Millionen Franken einwerben, wovon 530 Millionen Franken in Biotech- Firmen investiert wurden, was den Bestwert unter den Kantonen darstellt. Ausserdem sind spektakuläre Firmenverkäufe ins Ausland gelungen: Das Allschwiler Pharmaunternehmen Actelion wurde 2017 für 30 Milliarden Dollar an Johnson & Johnson verkauft. Die Actelion- Gründer investierten das Geld sogleich in den Aufbau der Biopharmafirma Idorsia. Ferner wurden 2013 die Basler Biopharmafirma Okairos für 250 Millionen Dollar an GlaxoSmithKline, 2019 die Basler Biotechfirma Therachon für 810 Millionen Dollar an Pfizer und 2020 die Basler Biotechfirma NBE-Therapeutics für 1,2 Milliarden Dollar an Boehringer Ingelheim verkauft.

Gerade das Beispiel NBE-Therapeutics offenbart, dass es sich für die Basel Area ausbezahlt hat, in geeignete Infrastrukturen für Startups zu investieren. So stehen im Technologiepark Basel, in dem NBE-Therapeutics seinen Sitz hat, und im Switzerland Innovation Park Basel Area innovationsfördernde Arbeitsumgebungen und moderne Labors zur Verfügung. Der Switzerland Innovation Park Basel Area wird 2022 am Hauptstandort Allschwil in einen Neubau von Herzog & de Meuron umziehen und zusammen mit den bereits bekannten Mietern Basilea und dem Department of Biomedical Engineering der Universität Basel dazu beitragen, den Innovationscampus mit Leben zu füllen. Weitere öffentliche und private Immobilien ergänzen das Infrastrukturangebot.

Nähe schaffen zwischen Forschenden und Startups

Eine immer wichtigere Rolle spielen in der Basel Area die diversen Förderprogramme für Startups. Äusserst erfolgreich ist beispielsweise der Accelerator und Inkubator BaseLaunch. Seit 2018 haben Risikokapitalfonds aus Europa und den USA über 190 Millionen Franken in neun von BaseLaunch unterstützte Biotech-Startups investiert. Ausserdem haben der DayOne Accelerator, der sich den Bereichen Digital Health und Healthtech widmet, und der Biotech-Inkubator Hemex massgeblich dazu beigetragen, dass sich in der Basel Area viele Startups angesiedelt haben, die aus Hochschulen der gesamten Schweiz ausgegründet wurden.

Der DayOne Accelerator hat seinen Sitz am jüngsten Standort des Switzerland Innovation Parks Basel Area, auf dem Novartis Campus. Dort wird Nähe geschaffen zwischen den Startups und den Forschenden von Novartis, womit neue Formen des Austauschs, der Kollaboration und der Innovation möglich werden. Das Konzept funktioniert, denn bereits vier Monate nach Eröffnung im Sommer 2020 waren alle Plätze im Innovationspark belegt. Die Basel Area ist also gut aufgestellt, um optimistisch in die Zukunft blicken zu können. Das bestätigen die grosse Zahl von Startups, die in den vergangenen Jahren in der Region gegründet wurden, sowie die zahlreichen Ansiedlungen von internationalen Firmen. Martin Stricker, Co-Leiter Standortförderung Basel-Stadt, konstatiert: «Die Basel Area ist auf bestem Weg, sich als das Schweizer Wirtschafts- und Innovationszentrum der Zukunft zu etablieren.»

(Original erschienen am 10.4.21 in der NZZ-Verlagsbeilage «Zukunft Gesundheit»)

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