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Novartis vereinbart Kooperation gegen Covid-19

29.10.2020

Novartis kündigt eine Zusammenarbeit mit Molecular Partners an. Molecular Partners wird für die Phase-1-Studie an seinen zwei Therapiekandidaten gegen das Coronavirus verantwortlich sein, Novartis im Erfolgsfall für deren Weiterentwicklung, Herstellung und weltweite Kommerzialisierung.

Novartis hat für die Entwicklung von zwei potenziellen Anti-Covid-19-Medikamenten eine Kooperation mit dem Schlieremer Unternehmen Molecular Partners vereinbart. Der Basler Life Sciences-Konzern hat sich dabei für die Lizenzierung der weltweiten Rechte an den beiden von Molecular Partners entwickelten Kandidaten MP0420 und MP0423 eine Option gesichert. Novartis kann von dieser Option Gebrauch machen, sollte die im November beginnende Phase 1-Studie von Molecular Partners erfolgreich verlaufen. Im besten Fall erhalten diese sogenannten DARPin-Therapien danach eine Notfallzulassung. Novartis ist dann für die weitere Entwicklung, die Herstellung, den Vertrieb und die Kommerzialisierung verantwortlich.

Gemäss einer Medienmitteilung von Novartis sieht die Vereinbarung vor, dass Molecular Partners eine sofortige Zahlung von 60 Millionen Franken erhält. Molecular Partners hat Anspruch auf eine künftige Meilensteinzahlung von 150 Millionen Franken, wenn Novartis die Option auf beide therapeutische Kandidaten ausübt, sowie auf Lizenzgebühren auf den Umsatz. Jedoch hat sich das Schlieremer Biopharmaunternehmen bereit erklärt, in wirtschaftlich schwächeren Ländern auf diese Lizenzgebühren zu verzichten.

„Novartis lässt in seinen Bemühungen gegen Covid-19 nicht nach“, wird Novartis-CEO Vas Narasimhan in der Mitteilung zitiert. Es sei klar, dass dazu auch Kooperationen notwendig seien. Durch diese Zusammenarbeit zweier Schweizer Firmen könnten sowohl Optionen für die Prophylaxe als auch die Behandlung entstehen. Sie sei daher eine „Demonstration unserer nachhaltigen Bemühungen, eine der grössten gesundheitsbezogenen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen“.

Bei dieser von Molecular Partners entwickelten, vollkommen neuen Medikamentenklasse namens DARPin-Therapeutika handelt es sich um künstlich hergestellte Proteine, die auf natürlichen Bindungsproteinen basieren. Mehrere Eigenschaften machen sie laut der Mitteilung „ideal für die antivirale Therapie“: ihre multispezifische Zielbindung mit dem Potenzial, ein Ausweichen des Virus über Mutationen zu verhindern, ihre subkutane Verabreichung, ihre lange Halbwertszeit und Wirksamkeit sowie die Möglichkeit, die Kühllagerung zu umgehen. Ein wichtiger Vorteil gegenüber üblichen monoklonalen Antikörpertherapien besteht darin, dass sich DARPins durch eine einfache, hochskalierbare bakterielle Fermentation vermehren lassen. Dadurch könnte das Medikament schnell weltweit verfügbar werden. Hinsichtlich der Produktion werden Novartis und Molecular Partners mit der Novartis-Tochter Sandoz zusammenarbeiten.

Der Bund hat sich das Recht auf den Bezug von 3,2 Millionen Dosen von MP0420 gesichert, falls dieses in der Schweiz zugelassen wird.

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